Der Internationale Literaturpreis Merano-Europa entstand 1994 aus dem Zusammentreffen des neu gegründeten Kulturvereins Passirio mit einer Professorin, Michela Franco Celani, die später eine Schriftstellerin wurde, und ihrer Idee, der Stadt Meran, Peripherie nicht nur geografisch, sondern auch im Vergleich zum großen nationalen Kulturkreis. Ein literarischer Preis, der einerseits die Präsenz der italienischen Kultur und der Gruppe, die sie hier vertritt, und andererseits die Präsenz der deutschen Welt bezeugt.
Seine erste Ausgabe fand 1995 statt, und bis heute ist der Literaturpreis der Stadt Meran der am längsten laufende Literaturwettbewerb Südtirols und einer der langlebigsten auch auf nationaler Ebene und ist einzigartig in seiner Art, sowohl wegen seiner Besonderheit sich gleichzeitig an die beiden italienischen und deutschen Kulturen zu wenden, als auch für einen Bereich, der der Übersetzung gewidmet ist.
Er zeichnet sich besonders aus, weil er in einer Stadt mit einzigartigen Merkmalen stattfindet, die „Stadt an der Grenze“, wie der Schriftsteller Paolo Valente sie nannte. Sie registriert die paritätische Präsenz der italienisch- und deutschsprachigen Bevölkerung und ist damit ein idealer Treffpunkt für die jeweiligen Kulturen, auch im internationalen Bereich. Insbesondere Meran und Südtirol sind seit jeher die ideale Kreuzung zwischen der deutschen und der italienischen Welt. Nach vierzehn zweijährigen Ausgaben, in denen man sich auf die unveröffentlichte Erzählung konzentriert hat und Schriftsteller ausgezeichnet wurden, die manchmal Schlagzeilen gemacht haben, wie ein damals Einsteiger Ivan Controneo (heute berühmter Drehbuchschreiber und Regisseur), haben die Organisatoren beschlossen, dem Preis eine Wende zu geben. Der Preis wurde in den Bereich der editierten Romane gebracht, aber seine zweisprachige Formel sowohl für die Erzählung bzw. Romane als auch für die Übersetzung beibehalten.
Der Kurswechsel erforderte eine tiefgreifende Reorganisation des literarischen Ereignisses, das 2024 in neuem Gewand dem Publikum präsentiert wurde.
Der Internationale Literaturpreis Merano-Europa existiert und gedeiht dank der überzeugten Unterstützung der Autonomen Provinz Bozen, der Gemeinde Meran und der Region Trentino-Südtirol und ist mit Abstand das erste literarische Ereignis Südtirols, das vollständig zweisprachig ist, in dem Geist, der ein Land auszeichnet, Südtirol, dessen Berufung es ist, Brücke zwischen der italienischen und der deutschen Kultur zu sein.
Der Preis erreicht seit der 2024 Ausgabe auf umfassendere Weise das Ziel, das ihn seit jeher auszeichnet, nämlich die Transversalität und den Wunsch, „Brücke“ zwischen den beiden Kulturen zu sein. Verleger und Autoren treffen sich in Meran dank der wichtigen Synergien zwischen italienischer und deutscher Kultur, die der Verein Passirio mit dem Südtiroler Künstlerbund realisiert.
